Die Aar wirkt wie ein eigenständiger kleiner Fluss. Tatsächlich ist sie ein Arm der Ill inmitten eines weitläufigen städtischen und rheinischen Wassersystems. Die Kurven, an denen Sie sich orientieren, sind zugleich Orte, an denen das Wasser Strömungsgeschwindigkeiten, Sedimente und Rückzugsräume verteilt.

≈ 3 kmlang ist dieser Arm der Ill bis zum Wacken
2 Richtungenauf dem Hinweg gegen die schwache Strömung, auf dem Rückweg mit ihr
1 NetzwerkIll, Aar, Kanal, Grundwasser und Wasserbauwerke sind miteinander verbunden
Der Begriff, der alles verändert

Die Aar entsteht durch eine Diffluenz

Bei einer Konfluenz fließen zwei Gewässer zusammen. Eine Diffluenz bewirkt das Gegenteil: Ein Wasserlauf teilt sich in mehrere Arme. An der Spitze der Île Sainte-Hélène, nahe Saint-Paul, zweigt die Aar von der Ill ab. Den Beginn beider Arme auf der Karte zu zeigen, ist daher kein dekoratives Detail, sondern bildet die tatsächliche Geografie des Ortes ab.

DiffluenzEin Gewässer teilt sich in zwei Richtungen.
KonfluenzZwei Gewässer fließen zusammen.
Auf der Karte: Ein rotes Kreuz bedeutet „von Gästen nicht befahrene Route“. Der Flussarm bleibt dennoch sichtbar, damit das Gelände verständlich bleibt.

Warum 1 Std. 10 Min. auf dem Hinweg und 50 Min. auf dem Rückweg?

Vom Waschhaus in Richtung Saint-Paul paddeln Sie gegen eine schwache, aber stetige Strömung. Mit jedem Paddelschlag arbeiten Sie sich gegen das Wasser voran. Nach der Wende unter Brücke 9 schenkt Ihnen dieselbe Strömung einen kleinen Geschwindigkeitsbonus.

  • An der Innenseite einer Kurve ist das Wasser häufig ruhiger.
  • An der Außenseite kann es schneller fließen und das Ufer stärker auswaschen.
  • Hinter einem Pfeiler oder Ast schafft ein Wirbel eine Ruhezone.

Ein regulierter Fluss

Das ruhige Erscheinungsbild der Aar ist nicht vollständig natürlich. Zusammen mit dem Nadelwehr in der Robertsau trägt das Wehr an der Aar dazu bei, den Wasserstand im Zentrum von Straßburg, im Canal de la Marne au Rhin und in den Hafenbecken stabil zu halten.

Weiter flussabwärts können Ill und Rhein je nach Hoch- oder Niedrigwasser ebenfalls Wasser austauschen. Ihre 5-km-Runde ist daher Teil eines Systems, das weit über die Route hinausreicht.

Ein weiterer Fluss unter dem Fluss

Am Wacken tauscht die Aar Wasser mit dem Untergrund aus und speist das Grundwasser. Unter dem Kajak fließt das Wasser also nicht nur stromabwärts: Ein Teil des Geschehens verläuft senkrecht durch das Material des Flussbetts.

Filmidee: Eine Aufnahme treibender Blätter mit unbewegter Kamera, ergänzt durch eine eingeblendete Animation „Oberfläche / Untergrund“, macht dieses Phänomen sofort verständlich.

Prachtlibelle auf einem Ast über dem Wasser

Die sanfte Lebensader der Natur

Wasser, Ufer und Blätterdach bilden eine grün-blaue Infrastruktur. Sie ermöglicht es den Arten, sich fortzubewegen, Nahrung zu finden, zu ruhen und sich fortzupflanzen. Durchgängige Wasserwege fördern zudem die Wasserqualität und helfen bei der Regulierung von Hochwasser.

Warum der Name „Petite Amazonie“ so gut passt

Der Beiname ist poetisch, nicht geografisch. Die rheinischen Auenwälder werden wegen ihres Artenreichtums und ihrer üppigen Vegetation bisweilen als „gemäßigte Dschungel“ bezeichnet. Die Aar vermittelt hier einen städtischen Eindruck davon – im Kleinformat und ausgesprochen fotogen.

Dennoch handelt es sich weder um einen Urwald noch um ein Naturschutzgebiet: Das Wasser ist kanalisiert und reguliert, sein ökologischer Zustand bleibt verbesserungsfähig. Die Kulisse ist spektakulär, die Wirklichkeit noch interessanter.

Blätter, die Sie erkennen können

Vom Schilf bis zum Riesen des Contades

Was entlang der Route belegt ist

Der Uferabschnitt Berge des roseaux trägt seinen Namen zu Recht. Am Wacken sind Reste eines Erlenwaldes und Relikte des Rheinwaldes erhalten. Weiter flussabwärts verbirgt der Parc du Contades eine bemerkenswerte Platane von etwa 40 Metern Höhe – weit über dem Niveau der Paddel.

Der nächste Fotoauftrag

Schwarzerle, Silberweide, Schwarzpappel, Sumpf-Schwertlilie, Gewöhnlicher Blutweiderich und Wasserminze gehören zu den Lebensräumen der Rheinauen. Bevor sie als „Pflanzen der Aar“ vorgestellt werden, müssen sie vor Ort fotografiert werden: als Gesamtansicht sowie mit Blatt, Blüte und Rinde.

Derselbe Fluss, vier Stimmungen

Frühling · KinderstubeNester, Eier und Jungtiere machen die Ufer besonders empfindlich. Langsamer paddeln und mehr Abstand halten.
Sommer · FarbblitzeJungvögel, Libellen und Eisvögel können unvermittelt zwischen den Blättern auftauchen.
Herbst · wechselnde BesetzungDer Vogelzug verteilt die Arten neu, und das Licht bringt andere Farben zum Vorschein.
Winter · WasservögelDas Rheingebiet beherbergt zahlreiche Wintergäste; jede Ausfahrt erzählt von einem anderen Fluss.

Der Flusskodex, ganz entspannt

SchleichmodusSanfte Paddelschläge, leise Stimmen und ein weiter Bogen um Tiere.
WeitwinkelEine Familie oder ein Nest? Abstand halten, damit die Szene ohne uns weitergeht.
Snacks für MenschenEnten, Schwäne und Nutrias haben bereits ihren eigenen Speiseplan. Brot gehört nicht dazu.
Keine schwimmenden AndenkenAlles, was ins Kajak kommt, kehrt mit Ihnen ans Ufer zurück – Verpackungen eingeschlossen.

Für Neugierige, die bis zur Quelle zurückgehen möchten